Jean Baptiste Du Halde
'Description de la Chine ...' (1736), ein Standardwerk über China



 

Description de la Chine - das Handbuch über China

Jean Baptist Du Halde (1674-1743), ein französischer Jesuitenpater und Missionar, ist der Verfasser der monumentalen vierbändigen "Description ... de la Chine et de la Tartarie chinoise" (1736). Eigene Sammlungen und die Berichte seiner Ordensbrüder seit dem 17. Jahrhundert sind seine Quellen. Das Werk wurde das Handbuch über China bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

 

 

Werbung für die Mission der Jesuiten - der Ritenstreit

Du Haldes Ziel war es, die von den Jesuiten erworbenen Chinakenntnisse in Europa bekannt zu machen und für die ihre Mission zu werben, die innerhalb der Kirche selbst heftig umstritten war. Päpste und Dominikaner- und Franziskanermönche warfen den Jesuiten vor, durch ihre Methode der Anpassung an die chinesische Tradition, wie die Verehrung des Konfuzius und die Ahnenverehrung, christliche Dogmen zu verraten. Dieser Ritenstreit hat dem Christentum in China schwer geschadet.

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Ein populäres Werk

Nicht nur der elegante Stil, sondern auch die faszinierenden Kupferstiche förderten die Popularität von Du Haldes Werk. Nicht ohne Humor und Ironie, aber nie verletzend schildert dieser die chinesischen Sitten und Gebräuche:

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Chinesische Hochzeit

In einer langen Prozession wird die Braut in einer verschlossenen Sänfte zum Haus des Bräutigams gebracht: ... Der prächtig gekleidete Bräutigam erwartet an seiner Tür die Braut, die man für ihn ausgewählt hat. Sobald sie angekommen ist, übergibt ihm der Diener den Schlüssel, und in gespannter Eile öffnet er die Sänfte. Erst in diesem Moment sieht er seine Braut zum ersten Mal und kann sich über sein Glück oder Pech ein Urteil bilden. Es kommt vor, dass ein mit seinem Los unzufriedener Bräutigam die Sänfte sofort wieder schließt und das Mädchen zu seinen Eltern zurückschickt. Lieber verliert er dann das Geld, das er gezahlt hat, als eine so schlechte Anschaffung zu machen. Da man darauf bedacht ist, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, geschieht dies freilich nur selten.

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Chinesische Bestattung

Du Halde beschreibt den prächtigen, endlos langen Leichenzug eines verstorbenen Prinzen:
... Sechs Pferde, die prächtige Koffer voll von Gewändern trugen, die man nun verbrennen musste ... die zwei Söhne des verstorbenen Prinzen, die, gestützt auf Eunuchen, sich zu weinen bemühten ...; der Sarg mit seinem großen gelben kaiserlichen Baldachin getragen von sechzig bis achtzig in grün gekleideten Männern ...; zwei weitere Särge mit Konkubinen, die sich erhängt hatten, um dem Prinzen im Jenseits zu dienen, wie sie ihm auf dieser Welt gedient hatten; die Sänfte der Frau des verstorbenen Prinzen und die der verwandten Prinzessinnen, ... Sämtliche acht Kompanien mit all den hohen und niederen Offizieren waren schon vorausgezogen und hatten sich in Schlachtordnung aufgestellt, um den Leichnam am Eingang des Gartens in Empfang zu nehmen ... Bei dieser Zeremonie zählte man mehr als 16 000 Personen ...

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Chinesische Schiffe

Auf einem prachtvollen Kupferstich sind exotisch anmutende Schiffe dargestellt, wie man sie auch für Festlichkeiten verwendete.

 
 

Chinesische Trachten

Besonders reizvoll sind die "Dames chinoises" mit ihrem fast europäischen Aussehen gestaltet. Für die Zeichner und Kupferstecher war die Wiedergabe chinesischer Gesichtszüge keine leichte Aufgabe.

        
        
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Ausstellung in der Bibliothek der Fachhochschule Konstanz 2000-2001