'Gedenkwürdige Verrichtung ...
im Käiserreich Taising oder China' (1676) - Berichte und Bilder der holländisch ostindischen Handelsgesellschaft





 

Kaufleute und Eroberer

Die Missionare waren nicht die einzigen Europäer, die im 16., 17. und 18. Jahrhundert nach Ostasien zogen. Gleichzeitig kamen die Kaufleute, die Seeräuber und die Eroberer.

Kampf um Macao, dem Ausgangspunkt der katholischen Chinamission

Um 1650 hatten die Holländer die alte Seemacht Portugal weitgehend aus Ostasien verdrängt. 1641 war ihnen Malakka zugefallen; damit kontrollierten sie das Tor zum Südchinesischen Meer. Nur Macao in seiner Schlüsselstellung gegenüber Kanton, dem einzigen offenen Hafen Chinas für den Handel mit Europa, war noch in portugiesischer Hand. Macao war gleichzeitig der Ausgangspunkt der katholischen Chinamission. 1622 hatten die Holländer und Engländer einen Überfall auf die Stadt versucht, waren aber kläglich gescheitert - nicht zuletzt dank des energischen Eingreifens der Missionare. So blieb die winzige Halbinsel portugiesisch bis in unsere Zeit.

 
 


Die holländisch- ostindische Handelsgesellschaft in Peking

Die Holländer mussten also auf andere Weise versuchen, China für Ihren Handel zu öffnen. 1656 kam eine glänzende Gesandtschaft der holländisch-ostindischen Handelsgesellschaft mit reichen Geschenken als "Tributgaben" nach Peking. Weitere holländische Gesandtschaften folgten 1662 und 1664. Ihr wirtschaftlicher Erfolg war zunächst gering, denn Schall von Bell gelang es, den Kaiser gegen die calvinistischen Kriegs und Glaubensgegner einzunehmen.

 

 

Berichte über China

Für die Verbreitung des Wissens über China waren diese Gesandtschaften jedoch von nicht geringer Bedeutung. Einer der Teilnehmer, Jan Nieuhof, berichtet ausführlich über die Reise von 1656, über Land und Leute, die Verhandlungen in Peking und die Übergabe der Geschenke. In seinem Buch "Gedenkwürdige Verrichtung der niederländischen Ostindischen Gesellschaft in dem Käiserreich Taising ..." beschreibt der Arzt Olfert Dapper (1676) die zweite und dritte Gesandtschaft.

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Hervorragende Kupferstiche

Beide Werke erregten in Europa lebhaftes Interesse und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Abbildungen zeigen Szenen aus dem chinesischen Leben, vor allem chinesische Städte und Landschaften. Zwar sind die Bilder sicher nicht detailgetreu, aber die hervorragende Kunst der holländischen Zeichner und Kupferstecher prägte in Europa die visuelle Vorstellung von China als einem fremdartig-reizvollen, fast idyllischen Land.

 
 


Einfluss auf die Kunst des Barock und Rokoko

Zahlreiche Abbildungen von chinesischen Figuren, Pflanzen und Tieren, Gebäuden, Schiffen, Brücken und Pagoden, von Landschaften und Gewässern, die wir von nun an in der Kunst des europäischen Barock und Rokoko finden, haben ihre Wurzel in den "viel schönen Kupferstükken" der Werke von Jan Nieuhof und Olfert Dapper.

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Bilder chinesischer Städte und Landschaften aus "Gedenkwürdige Verrichtung..."

        

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Ausstellung in der Bibliothek der Fachhochschule Konstanz 2000-2001