Athanasius Kircher
'China monumentis ... illustrata' (1667) - eine illustrierte Beschreibung Chinas



Athansius Kircher

Titelblatt

 

Ein bedeutender, aber umstrittener Gelehrter

Athanasius Kircher (1601-1680) aus Hessen, Jesuitenpater und Professor der Mathematik, Physik und der orientalischen Sprachen in Rom, zählt wie Johannes Schreck zu den bedeutendsten und vielseitigsten Gelehrten des 17. Jahrhunderts. Sein Werk ist jedoch umstritten. Einerseits gilt er als Vorbereiter der modernen experimentellen Naturwissenschaft, andererseits verharrt er streng bibelgläubig bei alten, traditionellen Vorstellungen, wie dem geozentrischen Weltbild.




"China ... illustrata" - Berichte über China

In seinem Buch "China monumentis qua sacris qua profanis ... illustrata" (China illustriert in seinen heiligen und weltlichen Denkmälern) , Amsterdam, 1667, veröffentlichte er Berichte seiner Ordensbrüder, über die Geschichte der Mission, die chinesische Landeskunde, über Sitten, Gebräuche und Glaubensvorstellungen, Architektur und Geographie und über die chinesische Pflanzen- und Tierwelt. Nicht zuletzt die vorzüglichen Kupferstiche förderten die Verbreitung und Beliebtheit des Werkes. Einen besonderen Wert gewinnt das Buch durch die Erstveröffentlichung der Inschrift auf dem berühmten "Nestorianischen Monument", das 1625 bei Xian entdeckt wurde.


 

Matteo Ricci, Xu Guangqi   Johann Adam Schall   Vornehme chinesische Dame   Vornehme chinesische Dame  

Würdigung des Johannes Schreck-Terrentius

In seinem Buch gibt Athanasius Kircher eine ausführliche Würdigung des Johannes Schreck-Terrentius. In Auszügen aus dem Lateinischen:

Auftrag der Kalenderreform

Als aber die Berechnungen der Konkurrenten [der chinesischen und islamischen Astronomen] zur Verbesserung des Kalenders, besonders zur Kalkulation der Finsternisse, trotz ihrer Bemühungen keinen Erfolg hatten, die Vorausberechnungen der Unsrigen dagegen genau eintrafen, da erkannte der Kaiser die Fehlerhaftigkeit der Rechenmethoden unserer Konkurrenten und gab schließlich durch einen neuen Erlass zum Kalenderwesen den Unsrigen alle Vollmacht und wählte auf Veranlassung der hohen Beamten Paulus [Xu Guangqi] und Leo [Li Zhizao] den Fähigsten für diese Aufgabe aus, nämlich Pater Johannes Terrentius.

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Schreck-Terrentius als großer Gelehrter und Missionar

Dieser deutsche Pater Johannes Terrentius aus Konstanz war, bevor er in den Jesuitenorden eintrat, einer der berühmtesten Gelehrten, Ärzte und Mathematiker in ganz Deutschland. Bei den Fürsten war er wegen seiner umfassenden Kenntnisse der großen Naturgeheimnisse und wegen seiner erfolgreichen Heilkunst hoch willkommen. Schließlich aber hatte er von dem Ruhm und der Ehre, die ihm von allen zuteil wurden, genug, die [Freuden der] Welt hatte er satt; er trat in den Jesuitenorden ein, um seine Fähigkeiten einem besseren Zweck zu widmen, der Bekehrung der Ungläubigen ...

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Schreck-Terrentius als Botaniker

Terrentius war ein außergewöhnlich sachkundiger Botaniker. In Indien angekommen hat er in den Feldern und Wäldern alle Pflanzen, die er gefunden hat, genauestens untersucht und in vorbereiteten Notizheften aus Papier und auf Schreibtäfelchen einzeln beschrieben und naturgetreu nachgezeichnet. Von Indien hat er endlich das Ziel seiner Wünsche erreicht, Macao und schließlich China. Auf dieser Reise erforschte er die Küsten von ganz Indien, Bengalen, Malacca, Sumatra und Hinterindien sowie alle Naturerscheinungen, deren Untersuchung sich lohnte. China hat er in seiner Gesamtheit kreuz und quer durchreist. ... Er fasste [seine Aufzeichnungen] in zwei gewaltigen Bänden zusammen und nannte sie Plinius Indicus, ein Titel, der einem solchen Werk würdig war.

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Drachen und Tiger Berg  

Erfolge Schrecks als Arzt, Wissenschaftler und Missionar

Es war die einzige Absicht dieses Mannes, durch seine erstaunlichen Kenntnisse zuerst für sich selbst, dann für die übrigen [Missionare] einen Weg zu bahnen, um das Evangelium frei und ungehindert zu verkündigen. Dazu wollte er die Gelehrten, besonders aber die hohen Beamten gewinnen. Dabei hatte er einen solchen Erfolg, dass ihn fast alle als ein Geschenk des Himmels betrachteten und verehrten. Und da er ein hervorragender Kenner der Medizin war, drängten sich die Menschen jeden Standes zu ihm, um ihn zu ihren Kranken zu rufen, und alle erfuhren seine nie nachlassende, großherzige Hilfsbereitschaft ...

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Teepflanze   Rhabarber   Ananas   Wundervogel Feng-huang

Ausstellung in der Bibliothek der Fachhochschule Konstanz 2000-2001