Brückenbauer - Die Jesuiten in China
ihre Mission, ihre Wissenschaft, ihr interkulturelles Wirken



Pater Matteo Ricci erreicht Peking

1583 erreichte der italienische Jesuitenpater Matteo Ricci (1552-1610) mit seinen Gefährten China. Ihr Ziel war die Einführung der Christentums im chinesischen Kaiserreich. Über Macao, Zhaoqing und Nanking drangen sie bis nach Peking vor, wo sie 1601 Fuß fassten. In China trafen sie auf eine Jahrtausende alte, reiche, aber fremdartige Kultur, wesentlich geprägt von der Lehre des Konfuzius. Es war Ricci und seinen Gefährten klar: Nur durch Achtung dieser Kultur, nur durch Anpassung an sie würde ihre Mission Erfolg haben.

 

 

Kultureller Brückenschlag

Mit Matteo Ricci begann der Brückenschlag zwischen Europa und China. Sein Wirken eröffnete einen regen kulturellen Austausch. Taktvoll und tolerant fügte sich Ricci in die Kultur des Gastlandes ein und gewann so die Freundschaft vieler chinesischer Gelehrter, die er nicht nur für das Christentum interessierte, sondern die durch ihn und seine Nachfolger auch andere Elemente der abendländischen Kultur bereitwillig annahmen: die europäische Mathematik, Astronomie und Kalenderreform, Geographie und Kartographie, Medizin und Technik, Erzgießerei, Malerei und Musik.


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Riccis Nachfolger

Zeitweilige Verfolgung und Verbannung der Missionare zerstörten das Werk, das Ricci begonnen hatte, vorerst nicht. Nach seinem Tod setzten andere Jesuiten seine Arbeit fort, unter ihnen Johannes Schreck (1576-1630), aus der Konstanzer Diözese, der Südtiroler Martino Martini (1614-1661), der Kölner Johann Adam Schall von Bell (1592-1666), der 1645 zum "Präsidenten des mathematischen Tribuals" und Mandarin erster Klasse aufstieg, und dessen Nachfolger, der Belgier Ferdinand Verbiest (1623-1688).

 

Ihre Werke

Aus der Hand dieser Jesuiten stammt eine Vielzahl von geographischen, historischen, landeskundlichen, wissenschaftlichen und technischen Schriften, von denen die wichtigsten unsere Ausstellung zeigt. Darin zeichnen die Missionare ein außergewöhnlich positives Bild von China.

 

Historische Bücher aus der Suso-Bibliothek Konstanz

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Ihre Wirkung in Europa - China als Vorbild

Diese Schriften erregten in Europa großes Interesse. Sie fanden weite Verbreitung und gehören heute auch zu den Schätzen der Konstanzer historischen Bibliotheken. Vor allem diese Werke waren es, die das europäische Chinabild im 17. und 18. Jahrhundert prägten. Für viele gelehrte Europäer verkörperte damals das ferne Land im Osten das Ideal einer auf Vernunft und Humanität gegründeten Gesellschaft und Kultur.

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Ausstellung in der Bibliothek der Fachhochschule Konstanz 2000-2001